
Wie bei der Beschreibung der Open Pandora erwähnt, handelt es sich bei der Tastatur um eine mit englischem Layout (QWERTY).
Folglich sind auch keine deutschen Sonderzeichen vorgesehen.
Die vom Betriebssystem unterstützte Variante ein kleines ä einzugeben funktioniert so:
<Shift><Enter><Fn><S><A> (<Fn><S> ergibt <">)
Wobei die Anfangskombination dem System signalisiert, dass zusammengesetzte Zeichen ("a) eingegeben werden und so das ä ergeben.
Dies wäre schon bei einer Standard-Tastatur anstrengend, aber bei der Open Pandora, wenn man sie dabei noch dazu in Händen hält, ein wahres Kunststück.
Ich habe mir daher überlegt, wie eine bequemere Lösung aussehen könnte.
Da ich das Euro-,Pfund und Yen-Zeichen nicht benötige, habe ich beschlossen, deren Tastencodes mit ä, ö und ü zu verknüpfen.
<Fn><M> ergibt ä und <Shift><Fn><M> Ä
<Fn><K> ergibt ö und <Shift><Fn><K> Ö
<Fn><L> ergibt ü und <Shift><Fn><L> Ü
<Fn><N> ergibt weiterhin $ und<Shift><Fn><N>ß
Dazu muss man eine Datei editieren, die im Home-Verzeichnis des aktuellen Benutzers der Pandora gespeichert ist.
Wem dies ebenfalls zusagt, hier die Vorgehensweise, die auch ein wenig den Umgang mit dem Dateimanger und dem Standard-Editor "Mousepad" vermittelt:
Auf "Home-Icon" des Desktop klicken, es öffnet sich das Benutzerverzeichnis. In Linux werden dort so ähnlich wie bei Windows "Benutzername\Eigene Dateien" Konfigurationen und Dateien gespeichert.
Sieht leer aus, nicht wahr ? Nun, die meisten Dateien sind "versteckt". Alle Dateien in Linux, die mit einem "." beginnen, werden standardmäßig nicht angezeigt. Abhilfe schafft die Änderung der Präferenzen des "File Managers".
Das Kästchen "Show Hidden Files" aktivieren, dann sieht man etwas mehr.
Wir benötigen die Datei ".pndXmodmap" und öffnen sie mit dem Texteditor "Mousepad".
"Mousepad" ist ziemlich simpel aber wenigstens auch graphisch zu bedienen. Puristen würden via "Terminal" mit "vi" arbeiten - aber das ist nicht der Focus dieser Site.
Einmal geöffnet suchen wir nach "Yen". Ein Bug bei "Mousepad" ist allerdings, dass man nur einmal im Text suchen kann. Danach bleibt der Button "Find" inaktiv.
Diese Datei enthält für jeden Code, den ein Tatstendruck dem System liefert, eine Reihe von Zeichen oder Aktionen, die damit ausgelöst werden sollen.
Mehrere Einträge deshalb, weil die Tasten gemeinsam mit anderen gedrückt werden können.
Als erstes wollen wir anstelle von Yen ein ü und Ü zuweisen. Es gibt für jedes Sonderzeichen interationale Namen - für ü ist es "udiaeresis" und für Ü "Udiaeresis".
Dies wird für die anderen Zeichen analog angewendet:
keycode 196 = odiaeresis NoSymbol Odiaeresis
keycode 200 = dollar ssharp ssharp
keycode 201 = adiaeresis NoSymbol Adiaeresis
Danach speichert man die veränderte Datei unter einen anderen Namen - hier wird einfach ein ".de" angehängt.
(Wer auf Sicherheit keinen Wert legt, kann sie auch gleich überschreiben - und sich den Rest sparen. Allerdings kann es dann passieren, dass irgend ein Update diese Datei mit dem Original ersetzt und man dann alles wieder von vorne beginnen muss.)
Es liegt jetzt das Original und die neu gespeicherte , "deutsche" Version im Verzeichnis. Um das Original zu sichern, wird die Datei plus Suffix ".orig" umbenannt. Anschließend wird die ".de" Datei nochmals als ".pndXmodmap" kopiert.
Also zuerst Original-Datei umbenennen.
Dann die ".de"-Datei kopieren ...
... und wieder einfügen.
Da Ursprung und Ziel gleich sind, wird die Datei als "copy of " + Name eingefügt.
Diese Kopie in die Original-Datei umbenennen und fertig.
Nach einem Neustart kann man die neue Tastenbelegung zB. in "Abiword" (Start->Office->Abiword) testen.
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