
Der Kauf eines Open Pandora Handheld umfasst:
Die Maße betragen in geschlossenem Zustand 2,8 mal 8,3 mal 14 cm, das Gewicht 332 g.
Man beachte die Position der Y und Z Tasten: Es handelt sich um ein QWERTY-Layout, also die US/GB-Version, eine deutsche gibt es derzeit nicht. Die Tastatur ist mit beiden Daumen leicht und lautlos zu bedienen.
Besonderes Highlight ist die Spielesteuerung, die gut erreichbar zwischen den Buchstaben und Zahlen platziert ist.
Man nennt das Steuerkreuz ganz links "D-Pad" (Directional Pad), die beiden kreisrunden Elemente "Nub" (Analog Controls) und die Knöpfe mit Y,X,A,B "Gaming Buttons". Die Nubs funktionieren wie Joysticks, man kann sie in alle Richtungen bewegen. Drücken lassen sich die Nubs allerdings nicht - dieses Feature ist patentrechtlich geschützt.
An der Rückseite des Gehäuses, in der rechten und linken Ecke befinden sich noch die "Trigger" (Trigger Buttons).
Ebenso durch Patente geschützt sind verschiedene Varianten, wie man den Bildschirm öffnen und in welchen Positionen er arretiert werden kann. Deshalb entschied sich das Open Pandora Team (OPT) für die klassische Clamshell, deren Touchscreen nur eine Arretierung bei 180° besitzt.
Dies bedeutet, dass der Bildschirm am stabilsten offen bleibt, wenn die Pandora ganz aufgeklappt wird - selbst bei mittleren Erschütterungen (zB. im Gehen). In allen anderen Stellungen bleibt der Bildschirm zwar auch in Position, einem stärkeres Klick mit dem Stylus kann er allerdings nicht widerstehen und kippt nach hinten.
Der 4,3" große LCD-Touchscreen hat eine Auflösung von 800 mal 480 Punkten, kann 16.7 Millionen Farben darstellen und ist resistiv. Das bedeutet, dass eine Bedienung mit blossen Fingern (Multitouch) nicht funktioniert. Der mitgelieferte Stift (Stylus) kann in einer Halterung des Gehäuses versenkt werden und hält darin "bombenfest".
Die im Bildschirm eingebauten Lautsprecher sind nicht nur Zierde. Sie haben einen für die Größe guten Klang und ihre Lautstärke kann nicht nur über Programme, sondern auch über einen Drehregler an der Vorderseite des Gehäuses eingestellt werden.
Die Pandora besitzt neben dem 256 MB großen Hauptspeicher und der 512 MB großen nicht flüchtigen Firmware (NAND) zwei Schächte für Speichermedien. Dafür sind SDHC-Karten mit derzeit 32 GB (SDHX mit 64 GB) Speicherdichte geeignet.
Es gibt somit keine beweglichen Teile (zB. Festplatten), was für einige Robustheit gegenüber Erschütterungen oder Stößen beiträgt. Diese SD-Schächte sind vorne am Gehäuse versenkt angebracht, womit ein unbeabsichtiger Auswurf der Karten verhindert wird.
Ebenfalls an der Vorderseite befindet sich der Anschluss für handelsübliche Kopfhörer. Je besser die Kopfhörer, desto besser der Klang der Open Pandora. Ganz rehts befindet sich der Lautstärkeregler, ebenfalls vor unfreiwiligem Verstellen geschützt.
An der Rückseite befinden sich die Buchse für das Ladegerät , ein Expansion-Port (für das TV-Anschlusskabel), ein Mini-USB-Port (Version 1.1), über den die Pandora auch geladen werden kann und ein normaler USB 2.0 Port.
Ein USB-Anschluss normaler Größe ist eine Rarität bei derart kompakten Geräten und eröffnet eine Menge an Möglichkeiten, wie die Pandora genutzt werden kann.
Vorsicht ist allerdings angebracht, denn es werden USB-Geräte der Version 1.1 nur dann erkannt, wenn ein USB-Hub (ein Replikator mit mehreren USB-Ports Version 2.0) dazwischen gesteckt wird. Leider ist nicht überall USB 2.0 drin, wo 2.0 draufsteht, sodass man beim Kauf eines USB-Hubs sorgfältig wählen sollte.
Die Pandora ist keine Dateninsel. Für die Verbindung mit dem Internet steht Wifi (802.11b/g) zur Verfügung. Die Empfindlichkeit der eingebauten Wifi-Antenne übertrifft alle meine Notebooks und Handys.
Wer mit anderen Mobilgeräten kabellos kommunizieren möchte, kann dies mit Bluetooth tun. Wenn diese Geräte Zugang zum Internet haben, kann es via Tethering auch von der Pandora genutzt werden.
Eine GSM/UMTS-Schnittstelle ist zwar nicht eingebaut, aber dank des USB-Hostports kann man ein UMTS-Modem (schon in Größe eines USB-Sticks verfügbar) anschließen.
Auch GPS ist nicht onboard, was man aber analog zum UMTS-Modem nachrüsten kann.
Das eingebaute Mikrophon schließlich ermöglicht die Aufnahme von Klängen. Allerdings ist die Unterstützung durch das Betriebssystem derzeit noch eingeschränkt.
Der einfachste Datenaustausch erfolgt aber immer noch über die SD-Karten, die man im Lesegerät eines anderen PCs beschreibt und anschließend wieder in die Pandora steckt.
Als Betriebssystem wird die Linuxvariante Angström verwendet. Angström ist kompakt und stellt die notwendigsten Programme bereit, ohne den knappen Firmwarespeicher zu überladen (ca.70% sind bei der Auslieferung belegt).
Es stehen zwei graphische Benutzeroberflächen zur Wahl: der Desktop des Festermangers Xfce und eine von der Community entwickelte Variante namens MiniMenu.
Xfce 4, mit geöffneten Startmenü:
MiniMenu:
Das Betriebssystem ist in englischer Sprache, eine deutsche Lokalisation gibt es derzeit nicht.
Wie bei Community-Projekten üblich, erfolgt die Dokumentation über ein Wiki, FAQs und durch Beantwortung konkreter Fragen in den Foren (siehe Links).
Softwareupdates und Programme werden über einen zentralen Anlaufpunkt ("OpenAppStore" siehe "Links") kostenlos zum Download bereitgestellt.
Updates und Ergänzungen für Angström, die von den Distributoren entwickelt wurden, können über den Packetmanager opkg via Internet installiert werden. Allerdings erfordert dies einen Aufruf per Terminalfenster - was den ungeübten Benutzer anfangs abschrecken mag.
In der Rubrik Anleitungen kann man aber Schritt-für-Schritt nachlesen, was zu tun ist. Dies wird vielen hoffentlich die Scheu vor dem "Kommando-Prompt" nehmen.
Wie schon erwähnt, ist der Speicher der Firmware begrenzt. Installationen über den Angström-Packetmanager opkg werden automatisch dort installiert, wo das Betriebssystem liegt - und das ist eben der Firmwarespeicher (NAND) der Open Pandora.
Um einerseits Speicherplatz zu sparen und andererseits die Installation so einfach wie möglich zu gestalten, hat die Community das PND-System entwickelt.
In eine PND-Datei wird die Software zusammen mit Informationen für das Betriebssytem gepackt. Speichert man so ein Packet dann auf einer SD-Karte, so wird es je nach Verzeichnis, in dem es liegt, automatisch auf dem Desktop, dem Menü oder beiden angezeigt und kann bequem aufgerufen werden.
Dabei verbleibt ein Großteil der Daten auf der SD-Karte und man spart so wertvollen Firmware-Platz. Einzig die Hotfixes (Firmware-Updates) werden tatsächlich in das NAND geschrieben. Egal ob Spiele, Internetbrowser, Mediaplayer oder sonstige Utilities - alles kann als PND heruntergeladen und mit SD-Karte einfach der Pandora zur Verfügung gestellt werden.
Lassen wir doch EvilDragon (Michael Mrozek) mal selbst zu Wort kommen.
Wer mehr von meinen Eindrücken über die Open Pandora erfahren möchte sei auf die Rubrik Praxis auf dieser Site verwiesen.
Dort wird praxisbezogen von der ersten Inbetriebnahme über die ersten Schritte in der Bedienung bis zur Anpassung des Betriebsystems alles eingehend beschrieben.
Da ich selbst die Open Pandora erst langsam entdecken muss, wird die Rubrik "Praxis" laufend erweitert, sobald ich meine Eindrücke analysiert und verifiziert habe.
In der Rubrik "Anleitungen" werden dann nochmal sogenannte "How-To"s zur Verfügung stehen. Diese verstehen sich als kompakte Schritt-für-Schritt-Anleitungen für diverse Adaptionen des Betriebssystems oder spezieller Programme.
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