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Open Pandora mit UMTS Stick

Eines der Features, das die Pandora einzigartig macht, ist ihr USB-Anschluss normaler Größe. Denn dies bedeutet, man kann USB-Geräte, die üblicherweise nur für PCs oder Notebooks gedacht sind, auch an die Pandora anschließen.

In diesem Fall ist es ein Huawei-UMTS-Modem, nicht größer als ein normaler USB-Stick.

Es handelt sich dabei um das Modell E1552. Wie man nun die Pandora dazu bringt, dieses UMTS-Modem (exemplarisch, es funktioniert in Prinzip mit allen GSM/UMTS-Modems für den USB-Anschluß) automatisch zu erkennen, soll hier beschrieben werden.

Es handelt sich dabei schon um ein für USB 2.0 geeignetes Gerät, sodass man es ohne USB-Hub direkt an die Pandora anstecken kann.

Die Erkennung von USB-Geräten funktioniert mittels einer Herstellernummer und einer Produktnummer, die dem Betriebssytem vom Gerät mitgeteilt werden.

Um es benutzen zu können, benötigt das Betriebssytem die dazu passenden Treiber und Programme. Anhand der Nummern kann also der jeweils passende Treiber (Modul) geladen werden.

Wie man für andere UMTS-Modems die passenden Nummern ermittelt und die Dateien anpasst, wird weiter unten erklärt.

Verfahren bei Huawei E1552

In Linux allgemein und in dem Pandora-Betriebssystem Angström im speziellen ist der Treiber für die Modemkommunikation zwar schon vorhanden, das Programm namens "modemmanager" muss aber noch installiert werden.

Dies erfolgt als erstes: Im Terminalfester mit dem Befehl

sudo opkg install modemmanager

das Programm nachinstallieren ("sudo" verlangt das Benutzerpasswort zur Bestätigung).

Danach wird eine Datei erstellt, die aufgrund der passenden Hersteller- (Vendor) und Produktnummer (Product) ein Modul nachlädt.

Im Terminalfenster den Editor "nano" mit dem zu erstellenden Dateinamen aufrufen:

sudo nano /etc/modutils/mobilestickserial

Es öffnet sich der Editor und man gibt folgenden Text ein:

usbserial vendor=0x12d1 product=0x1001

Dies bewirkt, dass das Modul "usbserial" für die serielle Kommunikation mit dem Modem über USB geladen wird.

Tippfehler wirken sich fatal aus - darum genau prüfen. Danach mit [CTRL]-[o] speichern. Die Control-Taste (in der Mitte der Pandora mit der Aufschrift "SELECT-CTRL") und gleichzeitig die Taste des Buchstabens "o" drücken.

Es erscheint in der Statusleiste die Nachfrage, ob man diese Datei mit diesem Namen speichern möchte. Mit [ENTER] bestätigen und [CTRL]-[x] das Programm beenden.

Die zweite Datei, die erstellt werden muss, bereitet sozusagen das USB-Modem für den Betrieb vor. Denn es kennt zwei Modi: den Modus als Flash-Speicher (eigentlich CD-ROM), wo die Programme für Windows gespeichert sind und den eigentlichem Modem-Modus.

Unter Windows steckt man den Stick an, er wird als CD-ROM erkannt, es installiert sich die Software automatisch, danach wird vom installierten Programm der Modus gewechselt und dem Internetsurfen steht nichts mehr im Wege.

Unter Linux funktioniert dies bei vielen Distributionen auch schon, bei der Pandora muss man derzeit noch etwas Hand anlegen.

Also die zweite Datei wird mit "nano" wie gehabt erstellt:

sudo nano /etc/udev/rules.d/999-mobilestick.rules

Als Inhalt wird folgender Text ohne Zeilenumbruch eingegeben:

SUBSYSTEM=="usb", SYSFS{idProduct}=="1446", SYSFS{idVendor}=="12d1", RUN+="/lib/udev/modem-modeswitch -v 0x12d1 -p 0x1446 -t option-zerocd"

Danach wieder speichern und den Editor beenden.

Um dem System die Veränderungen 'bekanntzumachen' sind folgende zwei Befehle im Terminal einzugeben:

sudo udevadm control --reload-rules

sudo update-modules

Bei letzterem Befehl bekam ich zwar eine Fehlermeldung, aber es funktionierte nach einem Neustart einwandfrei.

Als Zwischenschritt sollte man nun testen, ob denn das USB-Modem tatsächlich automatisch erkannt wird. Man steckt also nach dem Reboot das Huawei E1552 an die Pandora an und öffnet ein Terminalfenster.

Das Anstecken eines USB-Gerätes löst ein Ereignis ("Event") im Betriebssystem aus, Produkt und Hersteller werden ermittelt, die passende Regel gesucht ("999-mobilestick.rules") und danach der passende Treiber geladen ("mobilestickserial").

All das braucht ein wenig Zeit - also nicht ungeduldig werden.

Nach der Eingabe von "sudo lsusb" sollte dann die Zeile

Bus 001 Device 014: ID 12d1:1001 Huawei Technologies Co., Ltd.

ausgegeben werden (siehe Bild). Wenn als Produktnummer "1446" auftaucht, muss man noch ein wenig warten oder es ist vielleicht ein Tipp-Fehler in einer der Dateien.

Wenn alles richtig erkannt wurde, dann muss nur noch die Internetverbindung konfiguriert werden. Dazu in der Status-Zeile das Icon der Netwerkverbindungen anklicken.

Danach "VPN Connections->Configure VPN" auswählen.

Es öffnet sich ein Dialog mit mehreren Tabulatoren.

"Mobile Broadband" auswählen und den "Add"-Button klicken.

 

Den Punkt "My provider uses GSM .." anklicken und mit "OK" bestätigen.

In der folgenden Eingabemaske die Felder "Connection name" und "APN" ausfüllen. Üblicherweise benötigt man keinen Benutzernamen und kein Passwort zur Anmeldung. Die passenden Daten sind vom jeweiligen UMTS-Anbieter zu erfahren.

Da die Maske zu gross für den Bildschirm ist, das Fenster mit der Maus und gedrückter "Shift"-Taste nach oben verschieben, bis der "Apply"-Buton sichtbar wird.

Sollte der UMTS-Stick mit einer PIN gesichert sein, dann im Feld "PIN" die vierstellige Nummer eintragen und danach auf den "Apply"-Button klicken um die Eingaben zu bestätigen.

Der Dialog schließt sich und es sollte nun der Name der Verbindung im Fenster der mobilen Breitband-Verbindungen auftauchen:

Mit "Close" schließen. Somit steht der Interetverbindung nichts mehr im Wege. Steckt man den UMTS-Stick an und wartet ein wenig, so wird nach dem Klick auf das Netzwerk-Icon die Verbindung mit dem zuvor vergebenen "Connection name" angezeigt.

Ein Klick darauf stellt die Verbindung mit dem Internet her.

Verfahren bei anderen USB-UMTS-Modems

Das Verfahren bleibt im Prinzip das gleiche, es müssen nur die Hersteller- und Produktnummern eruiert und dementsprechend in den beiden Dateien verändert werden.

Ausserdem benötigt man bei USB-Modems, die nicht die USB Version 2.0 unterstützen einen USB-Hub (Schnittstellen-Replikator), der USB 2.0 beherrscht.

Zuerst die Produktnummer für den CD-ROM-Modus ermitteln, indem man das Gerät ansteckt, und im Terminalfenster den Befehl

sudo lsusb

ausführt.

Es erfolgt dann eine Ausgabe wie als Beispiel hier:

Bus 001 Device 001: ID 1d6b:0002 Linux Foundation 2.0 root hub
Bus 001 Device 014: ID HHHH:PPPP Hersteller Co., Ltd

Dann ist "PPPP" der Wert (des CD-ROM-Modus), den man in der Datei 999-mobilestick.rules nach SYSFS{idProduct}== und -p 0x anstelle von "1446" eingibt.

Und "HHHH" ist der Wert, den man nach SYSFS{idVendor}== und -v 0x anstelle von "12d1" angibt.

Um die Produkt-ID des Modem-Modus zu ermitteln muss man danach im Terminal (ohne Zeilenumbruch) den Befehl

sudo /lib/udev/modem-modeswitch -v 0xHHHH -p 0xPPPP -t option-zerocd

eingeben.

Ein erneutes

sudo lsusb

gibt dann die gewünschte Produktnummer aus:


Bus 001 Device 014: ID HHHH:MMMM Hersteller Co., Ltd

So kann man in der Datei mobilestickserial dann die Zeile eintragen:

usbserial vendor=0xHHHH product=0xMMMM

und speichern.

Soweit die Theorie, da ich keine anderen Testgeräte zur Verfügung habe.

Falls diese Methode nicht funktionieren sollte, bitte Mail (siehe Links unter Kontakt) an mich.

Ebenso würde ich mich freuen, wenn mir andere, erfolgreiche Kombinationen von Product und Vendor mitgeteilt werden. Die kann ich dann hier veröffentlichen.

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