
Open Pandora Handheld![]()
Diese Seite beschäftigt sich mit der Open Pandora, einem derzeit einzigartigen Handheldcomputer mit folgenden Eckdaten:
Die offizielle Site des als Firma operierenden Projektteams befindet sich auf www.open-pandora.org. Meine Seite will informieren und die Eindrücke eines Open Pandora-Besitzers vermitteln. Es besteht kein kommerzielles Interesse und keine Verbindung zu Open Pandora.
Unter dem Menü "Links" sind alle offiziellen Webseiten, Communities und Online-Shops gelistet. Es wird keinerlei Haftung für die hier nach besten Wissen zusammengestellten Informationen übernommen.
Der Aufbau der Site folgt der Regel vom "Groben zum Detail" und ist stetig im Fluss. Die Open Pandora bietet soviele Möglichkeiten, dass man immer wieder neue Aspekte entdecken kann. Öfters hier vorbeizusehen wird also belohnt.
Mein Blickwinkel ist der eines in die Jahre gekommenen IT-Verantwortlichen, der sich sentimental an seinen ersten MS-DOS-Rechner ohne Festplatte erinnert und diesen auch immer noch besitzt.
Man möge mir daher meine Liebe zur schlichten Gestaltung und zu langen Texten nachsehen.
Wer die Motivation hinter der Produktion der Open Pandora verstehen möchte, sollte sich mit obigen Begriffen und deren Bedeutung näher beschäftigen.
Die Geschäftsmodelle der großen Spielkonsolenhersteller zielen auf Geräte ab, die nur mit darauf zugeschnittenen Programmen funktionieren. Dieser Trend wird mittlerweile auch von anderen Herstellern übernommen und perfektioniert.
Apple ist wohl der prominenteste Vertreter, aber auch MicroSoft und andere folgen diesem Trend, nicht mehr nur Software zu entwicklen, die mit Einschränkungen auf verschiedener Hardware laufen kann, sondern beide Bereiche fix zu koppeln.
"App" ist das Wort der Zeit - für jedes Gerät und jede Situation ein kleines Programm, das nur für ein spezielles Gerät entwickelt und einen Anwendungsfall bestimmt ist.
Installieren kann man die "Apps" nur über vom Hersteller kontrollierte Kanäle, egal ob kostenlos oder für bares Geld.
Zwar gibt es für "normale" PCs noch genügend unabhängige Quellen, aber sie werden wohl früher oder später versiegen. Auf diese Weise sichern sich die Hersteller regelmäßige Einnahmen.
Sie können so die bei der Produktion der Hardware enstandenen Verluste mit dem Verkauf der Software wieder ausgleichen. Die Benutzer werden auf diese Weise immer mehr zu "Mieter" ihrer Computer, Handys und Spielkonsolen.
Dieser Enwicklung stemmen sich die Mitglieder der Homebrew-Scene entgegen. Sie versuchen auf mehr oder weniger legale Weise, die Kontrolle der Hersteller zu umgehen um so selbstentwickelte oder von anderen Plattformen portierte Programme installieren zu können.
Die dafür notwendigen Informationen werden via Internet in Foren oder über Chats ausgetauscht. Auf einschlägigen Hompages können Anleitungen, Tools und Zusatzgeräte abgerufen bzw. erstanden werden.
Die dadurch entstandenen Gruppen, Communities, stellen mittlerweile für kleine Hersteller (meist aus Asien) einen Markt dar, und so gibt es ein paar Geräte, die entweder schon "offen" verkauft, oder aber mit mehr oder weniger Duldung des Herstellers leicht in offene Plattformen verwandelt werden konnten.
Allerdings waren diese Geräte von der Leistung, der Ausstattung und der Stückzahl eher Billigprodukte und so kam es, dass sich vier Händler dieser Geräte in England, Kanada, der Türkei und Deutschland fragten, ob es nicht möglich sei, ein Gerät herzustellen, das den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen der Community entspricht.
So schlossen sich die vier Händler zum Open Pandora Team (OPT) zusammen, gründeten eine Firma und nutzten ihre guten Kontakte zur Community um die finanzielle Basis durch Vorbestellungen zu schaffen.
Weiters erfragten sie weltweit über Internet-Foren die aktuellen Wünsche und Anregungen der Community ab um so die Eckdaten des künftigen Gerätes zu erhalten. Eigentlich wollten sie bloss eine neue, modernere Spelkonsole bauen.
Aber heraus kam ein kleiner UMPC mit Spielesteuerung und einer Fülle an Austattung, die in dieser Kombination zur Zeit einzigartig ist.
Nach anfänglich optimistischen Prognosen, was die Fertigstellung anbelangte, wurde die Geduld des Open Pandora Teams und der Community auf eine harte Probe gestellt.
Aufgrund der im Vergleich zu Sony, Apple oder Nintendo geringen Stückzahlen (maximal 10.000) und den beschränkten finanziellen Mitteln mussten bei der Auswahl der Produzenten Kompromisse eingegangen werden.
Insbesondere die Fertigung der Gussformen für die Gehäuse dauerte länger, da offensichtlich anderen Kunden der Vorzug gegeben wurde und sich so zwischen Begutachtung der Muster und der nachfolgenden Fehlerbereinigung immer wieder lange Wartezeiten ergaben.
Bis April 2010 zog sich der Prozess hin, bis endlich in England die ersten Pandoras durch das Open Pandora Team selbst zusammengebaut und verschickt wurden.
Auch hier war ein Einschleifen der nötigen Fertigungsschritte notwendig, bis die Qualitätsicherung griff und der Zusammenbau optimiert war.
Nunmehr (August 2010) wartet alles auf die Ankunft der restlichen Gehäuse, damit die Produktion durch mittlerweile eingeschultes Personal weitergehen kann.
All das klingt vielleicht nicht ermunternd, eine Open Pandora zu bestellen. Jedoch sollte man bedenken, dass erst durch den Mut zur Transparenz, mit der dieses Community-Projekt abgewickelt wird, dieser Einruck entstehen kann.
Wer so wie ich schon mal ein Handy für sich erkoren hat und dann nach der ersten Ankündigung bei diversen Bloggern und Online-Magazinen dieses kaufen wollte, weiss wie lange es dauern kann, bis das Produkt tatsächlich verfügbar ist. Ganz abgesehen von den Preisschwankungen bei Vorbestellungen.
In diesen zwei Jahren des Wartens auf die ersten Open Pandoras fand sich eine immer größer werdende Zahl von Entwicklern, die inzwischen das Betriebssystem der Pandora, Angström, optimierten.
Angström ist eine Linux-Distribution speziell für kleine Systeme, insbesondere jene mit ARM-Prozessoren. Diese Art von Prozessoren ist sparsam im Verbrauch und wird vorallem in Handys eingesetzt.
Während also das Open Pandora Team versuchte, die Herstellung der Komponenten zu koordinieren, kümmerten sich die Entwickler mithilfe von Testboards oder den wenigen Pandora-Prototypen um die Weiterentwicklung des Betriebsystems und die Portierung von Programmen aus der Linuxwelt.
Mittlerweile ist das Software Angebot umfangreich und es erscheinen in regelmäßigen Abständen Updates, mit denen man die Firmware der Pandora aktualisieren kann.
© headcrash 2010